Nachdem ich vor ein paar Jahren eine Radtour machte, sah ich in einem Weinberg vermummte Gestalten mit Schutzanzügen. Später erfuhr ich, das waren Winzer – keine Aliens. Damals machte ich auch im gleichen Jahr Urlaub an der Mosel auf dem Bioweingut Roman Herzog. Dort sah ich, es geht auch anders, schmeckt besser, kostet nicht mehr und ist für alle besser.
Heute sieht man z.T. auf großen Flächen Hubschrauber mit Sprüheinrichtungen. Die Winzer haben scheinbar selbst Angst vor dem Spritzen und dem Gift. Es sieht aber dennoch so aus, wie bei den Entlaubungsaktionen der Amerikaner in Vietnam. Kann das gesund sein?
Wir wollen nicht jeden belehren und bekehren. Probieren Sie den Wein und bilden Sie sich selbst eine Meinung.
Letztens war ich in einer Tierfutterhandlung, wollte Katzenfutter für die Katze meiner Mutter. Ich sagte ahnungslos «Katzenfutter mit Maus!» Die Gegenseite sah mich komisch an und meinte: «Maus ist aus! Heute gibt´s nur Thunfisch!» Was wäre, wenn es Wein mit Biergeschmack gibt? Alles nur Aroma! Wein sollte nach Wein schmecken und Bier nach Bier.
Bei uns finden Sie Weine, die nicht nur nach Wein schmecken, sondern auch nach Qualität, Leidenschaft und Natur. In diesem Sinne: besuchen Sie uns!

Wieso Bio-Weine?
Branchen-Wachstum
In den letzten Jahren hat sich die Weinwelt sichtbar grün gefärbt. Immer mehr Winzer haben die Kraft der Natur wiederentdeckt und stellten auf Bio um. Und die Zahl wächst weiterhin. Biologisch zertifizierte Anbauflächen in Deutschland haben sich von 2009 bis 2014 mehr als verdoppelt. Bis 2026 hat sich der Bio-Weinbau von einer Nische zu einem dynamischen Wachstumstreiber entwickelt.
In vielen klassischen Weinregionen – etwa in der Champagne oder in Bordeaux – waren 2014 noch rund 35 % der Rebflächen ökologisch bewirtschaftet. Heute liegen diese Werte häufig bei über 75 %. Auch in Deutschland wächst der biologische Weinbau stetig und umfasst inzwischen etwa 8 bis 10 % der gesamten Rebfläche.
Doch es geht längst nicht mehr nur um den Verzicht auf chemisch-synthetische Mittel. Der ökologische Weinbau hat sich zu einem ganzheitlichen Ansatz entwickelt: Die Weinberge werden heute als lebendige Ökosysteme verstanden. Blühstreifen, Begrünung und eine gezielte Förderung der Artenvielfalt verwandeln die Rebflächen in kleine, pulsierende Landschaften.
Parallel dazu gewinnt der Aufbau gesunder Böden immer mehr an Bedeutung. Humusreiche Erde speichert Wasser wie ein Schwamm und hilft den Reben, Trockenperioden und Wetterextreme besser zu überstehen. Ergänzt wird dieser Ansatz durch robuste, pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI), die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduzieren. Auch biodynamische Präparate nach Richtlinien wie Bioland oder Demeter sind inzwischen fester Bestandteil vieler Betriebe.
Unterstützt wird diese Entwicklung zunehmend durch moderne Technik: Drohnen überwachen Reben aus der Luft, während Sensoren im Boden den Wasserbedarf punktgenau erfassen. So trifft Hightech auf Naturverständnis – nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzung.
Das Ergebnis ist ein klarer Imagewandel. Biowein gilt heute nicht mehr als Nischenprodukt, sondern als Ausdruck von Qualität und Charakter. Gesunde, tief wurzelnde Reben bringen Weine hervor, die als authentischer und terroirgeprägter wahrgenommen werden.
Steigende Nachfrage
Auch der Markt spiegelt diesen Wandel wider. Die Menschen schärfen Ihr Bewusstsein für eine gesunde Ernährung und so nimmt auch die Qualität des Weines an Stellenwert zu. Der Bio-Weinsektor wächst seit Jahren dynamisch, getragen von einem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Gesundheit und Herkunft.
Der Anteil von Bio-Wein am Gesamtabsatz nimmt kontinuierlich zu, und Prognosen gehen von jährlichen globalen Wachstumsraten von über 10 % aus. Was früher ein kleiner Spezialmarkt war, entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil des Weinhandels.
Auch beim Verpacken denkt die Branche um: leichtere Glasflaschen, umweltfreundlichere Logistik und erste Mehrwegsysteme sollen den CO₂-Fußabdruck der Weingüter weiter senken.
Aktuelle Zahlen und Entwicklungen lassen sich unter anderem beim Deutschen Weininstitut oder beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft einsehen.
Was Bio bewirkt für Mensch, Tier und Natur
Mit folgenden Fakten lässt sich gut beschreiben, woran das liegt:
Biowein fördert die Artenvielfalt!
Unkraut gibt´s nicht. Aber nicht, weil keines da ist, sondern weil es förderlich und wertvoll für Boden und Nützlinge ist. Eine abwechslungsreiche und heimische Pflanzenmischung unterstützt außerdem tierische und bakterielle Kulturen. Diese sind wesentlich für den Wein.
Chemisch-synthetische Spritzmittel und Mineraldünger werden weder gebraucht noch sind sie erwünscht. Sie schaden Nützlingen, dem Boden, dem Qualität des Weins und der Gesundheit sowieso.
Dafür setzt der Bio-Winzer naturgemäße Mittel und manuelle Arbeit zur Pflege und zum Schutz ihrer Reben ein. Außerdem wählt er Rebsorten, die von Natur aus resistent gegen aggressive Krankheiten wie den Mehltau sind. Gentechnik brauchen wir hierfür nicht!
Biowein ist leicht erkennbar!
Begriffe wie bio, ökologisch und Qualitätssigel wie das der EG-Öko-Verordnung stehen für Bio-Ware. Daran gibt´s nichts zu rütteln. Beim Wein kann man sich außerdem am ECOVIN-Sigel orientieren. Hier haben sich über 200 Mitgliedsbetriebe zusammen geschlossen, die insgesamt mehr als 1 ½ tausend Hektar Rebflächen in Deutschland bewirtschaften.**
Biowein macht und ist glücklich!
Verfechter der biodynamischen Landwirtschaft arbeiten zusätzlich mit der Kraft des Mondes. So wächst der Wein besser bei Vollmond. Der Neumond steht dafür im Zeichen eines besonderen Reifeprozesses. Zudem finden Präparate Einsatz, mit denen die Lebenskraft der Pflanzen gefördert wird.
Biowein ist für alle Sinne!
Sehen und Hören: Mauern, Totholz, Sträucher und Co. an den Weinstöcken sind ein gutes Erkennungsmerkmal für biologisches Wirtschaften. Hier finden Insekten, Feldhasen, Igel, Eidechsen und Vögel Unterschlupf. Das Ökosystem sagt Danke. Riechen und Schmecken: Von der Wurzel zur Rebe, von der Traube zum Most, vom Fass in die Flasche und von der Flasche ins Glas. Der Geruch aus dem Glas nach feinster Auslese des hochwertig ausgereiften Tropfens lässt nicht lange auf sich warten bis er endlich die Zunge kitzelt und durch Reinheit und Qualität überzeugt. Fühlen: Besuchen Sie doch mal ein Bio-Weingut unserer Winzer. Lernen Sie die Geschmacksvielfalt kennen. Und fühlen, wie unsere Weine Ihren Gaumen streicheln.
